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Letzte Ruhestätte für treue Jagdhunde der Hofkammer
13.02.2008 / Stuttgarter Nachrichten online / Fellbacher Zeitung
Kategorie: Archiv 2008
 
 
 
Inhalt:

Tierfriedhöfe in allen Landesteilen dienen den Tierhaltern als letzte Ruhestätte für ihre Lieblinge. Doch sie sind keine Erfindung unserer Generation. In der Fellbacher Zeitung haben wir einen Bericht über einen Tierfriedhof entdeckt, der fast so alt ist wie der bekannte Tierfriedhof in Paris

Letzte Ruhestätte für treue Jagdhunde der Hofkammer

Auf dem Weg vom Stettener Haldenbach in Richtung Esslingen liegt ein von Revierförstern angelegter historischer TierfriedhofAichwald/Kernen.
Nahe dem Stettener Haldenbach im Schurwald stehen 13 Gedenksteine an einer Wegbiegung. Hundenamen und Jahreszahlen sind eingeritzt. Die Revierförster der württembergischen Hofkammer haben hier ihre treuen Vierbeiner zur letzten Ruhe gebettet.

Von Eva Herschmann

Wer zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts seinen ersten treuen Jagdgefährten auf dem Tierfriedhof in die Erde versenkte, ist nicht überliefert, nur der Name des Hundes hat die Zeit überdauert: "Walle" steht da geschrieben und die Jahreszahlen 1896-1912. Im Lauf der Zeit sind zwölf Gräber dazugekommen. Das jüngste Grab gehört einer Hündin mit Namen Afra und stammt aus den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts.

Jagdhunde der Revierförster des Hofkammerwaldes haben zwischen Esslingen und Aichwald ihre letzte Ruhestätte gefunden, in mindestens 50 Zentimeter tiefen Gräbern, die nach Westen, in Richtung Stetten, ausgerichtet sind. Wahrscheinlich habe man die Stelle gewählt, weil sie von Lobenrot rasch zu Fuß erreichbar sei und zudem an einer markanten Wegbiegung und unter stattlichen Tannen liege, glaubt Dieter Deuschle, der Jagdpächter. Und die aus Sandstein gefertigten Gedenksteine stammten wohl aus der Nähe, denn dieser Stein komme hier häufig vor.

Der Hang im Ettenfürst, auf dem der historische Hundefriedhof angelegt wurde, gehört heute zum Esslinger Stadtwald. Früher war er im Besitz der württembergischen Hofkammer. "Und die zuständige Revierförsterei war in Lobenrot ansässig", sagt Dieter Deuschle, der auch Landesjägermeister ist. Die Revierförster hätten im Ettenfürst gejagt, wie auch die Angehörigen des Fürstenhauses. "Aber nur die Förster haben ihre Jagdhunde dort begraben." Wenn die königliche Familie zum Jagen anreiste, meist zur Rebhuhn-Brunft, sei sie nur ein, zwei Tage geblieben, sagt Deuschle: "Ich glaube kaum, dass sie ihre Hunde mitgebracht haben, sie hatten genügend Jagdgehilfen mit Hunden, und gerade für die Rebhuhnjagd braucht es erfahrene Vierbeiner."


Nachdem der letzte Revierförster in Ruhestand ging, wurde die Revierförsterei von Lobenrot nach Schanbach verlegt. "Anfang der siebziger Jahre bekam im Rahmen eines Ringtausches die Stadt Esslingen den Ettenfürst dazu, und nachdem die Hofkammer den Wald noch einige Zeit beforstet hatte, wurde das Forstamt der Hofkammer ganz aufgelöst", sagt Dieter Deuschle, der oft an der letzten Ruhestätte der Vierbeiner vorbei kommt. Seitdem ist der Friedhof der Hunde nicht mehr benutzt worden, aber gepflegt wird er noch. Von wem weiß Dieter Deuschle nicht. Aber seit einiger Zeit sei vor dem Gräberfeld ein Napf aufgestellt, der sich regelmäßig mit Regenwasser fülle: "Und gelegentlich werden die Gräber sogar mit Zweigen geschmückt, so ähnlich wie die Jäger einen Bruch machen."

Stuttgarter Nachrichten online / Fellbacher Zeitung 

13.02.2008 -



 

 
 

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