Die Tierbestattung ist keine Erfindung der Neuzeit.

Schon vor 10 bis 12000 Jahren gab es rituelle Tierbestattungen in Israel und auf Zypern. Im alten Ägypten wurden heilige Tiere einbalsamiert und beigesetzt. Im Mittelalter haben die Stammesfürsten ihre Pferde und Hunde mit ins Grab genommen. Später setzten die Fürsten in erster Linie ihren Hunden Monumente. Am bekanntesten dürfte das Grab der Windspiele von Friedrich II., dem "Alten Fritz" am Schloß Sanssouci in Potsdam sein.

Mit der Einrichtung des Cimetière des Chiens 1899 in Paris beginnt die Neuzeit der Tierbestattung. Auf diesem ältesten Tierfriedhof Europas haben wohlhabende Menschen ihre Schoßhündchen bestattet. Es gibt aber auch Monumente für international bekannte Hunde, wie Barry, dem Berhardiner, der als Lawinenhund 40 Menschen rettete oder Rin Tin Tin, dem Star einiger Hollywoodfilme.

In Deutschland haben im 20. Jahrhundert zuerst Tierheime kleine Tierfriedhöfe angelegt und am Ende dieses Jahrhunderts immer mehr Privatpersonen Ruhestätten für Haustiere geschaffen. Mit Unterstützung durch eine Erbschaft wurde 1997 das erste deutsche Tierkrematorium in München eröffnet. Heute sind es 25 in allen Teilen des Bundesgebietes.

Parallel dazu entwickelte sich die Anzahl der Tierbestatter. Hier geht es nicht nur um Tierliebe, denn die Heimtiere sind für viele Menschen zu Sozialpartnern geworden, die man nach ihrem Tode nicht so einfach entsorgt.

Die gesetzlichen Vorschriften sehen aus hygienischen Gründen eine Entsorgung in Tierkörperbeseitigungsanstalten (früher Abdeckereien) vor, aber auch eine Bestattung auf einem Tierfriedhof oder eine Kremierung ist möglich.

In 38 Prozent aller deutschen Haushalte werden Heimtiere gehalten. Davon rund 11,8 Millionen Katzen, 5,9 Millionen Kleintiere und 6,8 Millionen Hunde. (Zahlen ZZF 2014)

Viele Tierbesitzer möchten nach dem Ableben der Tiere  keine Entsorgung, sondern eine würdevolle Bestattung. Vom Veterinäramt zugelassene und kontrollierte Tierbestatter beraten  jeden Tierbesitzer umfassend über die Möglichkeiten der Tierbestattung. Sie erfüllen fachkundig und pietätvoll alle Wünsche der Tierhalter.

Ab Mitte 2015 ist auch in Rheinland-Pfalz (Braubach) und in Nordrhein-Westfalen (Essen) die gemeinsame Bestattung von Mensch und Tier möglich. Sicherlich bald auch weiteren Bundesländern. Die Tierhalter wünschen es sich.